Bahamas,  Länder

100 Tage

„Wer ankommen will muss sich irgendwann auf den Weg machen. Und das Leben ist zu kurz für irgendwann.“

Ich kann es kaum glauben, als ich heute wach werde und auf meinem Bildschirm tatsächlich steht „Weltreise: Tag 100“. Wie schnell rennt denn bitte die Zeit? Ich fühle mich, als wäre ich gestern erst in Düsseldorf in den Flieger gestiegen und gleichzeitig wird mir bewusst, wie viel ich den vergangenen Monaten schon gesehen und erlebt habe. Ich liege heute am Strand in der Sonne, höre das Rauschen des Meeres und der 100 Tage- Meilenstein bringt mich dazu über so vieles nachzudenken und ich versuche mir – nach wie vor – klar zu machen, dass ich gerade im Moment meinen Traum lebe.

„Ich reise damit ich später sagen kann „Ich kann’s kaum glauben, dass ich das gemacht habe“, anstatt „Hätt ich das bloß versucht…“.“

Ich denke darüber nach, wie ich überhaupt hier her gekommen bin, was mich dazu gebracht hat diese Entscheidung zu treffen und wie sehr ich seitdem mit ihr gewachsen bin. Wie ich mich verändert habe, nur durch das Wissen, dass ich mein Leben selbst in die Hand nehme um meinen Traum zu Leben und wie glücklich mich allein die Vorbereitungen darauf schon gemacht haben. Ich versuche mich an alle Momente zu erinnern, seitdem ich aufgebrochen bin aber hänge auch meinen Gedanken nach und male mir ausnahmsweise aus, was in den kommenden Monaten noch auf mich zu kommen wird. Ich frage mich, wie ich es eigentlich geschafft habe, zu diesem „Macher“ zu werden, woher ich die Kraft hatte zu sagen, dass ich mich alleine auf Weltreise begehen werde und ich mit jedem Tag bis zum Abflug mit dieser Entscheidung gewachsen bin?

„Vergiss alle Gründe, warum du scheitern könntest und konzentriere dich auf den Grund, warum du es schaffen kannst.“

Ich habe erkannt, dass es meine größte Angst ist irgendwann gehen zu müssen und nicht alles gesehen und erlebt zu haben, wovon ich träume. Ich war es so leid gefangen in einem System zu sein, welches mir vorschreibt, wie ich mein Leben zu leben habe. Ich wollte frei sein und meine Angst nicht siegen lassen, sondern die Dinge erleben, die mich von Herzen glücklich machen. Ich habe einmal in meinem Leben nicht anderen, sondern an mich gedacht, eine Entscheidung getroffen, die vollkommen aus dem Bauch kam und habe festgestellt, dass es eine der besten Entscheidungen war, die ich je getroffen habe.

„Verlasse die Welt mit Erinnerungen, nicht mit Träumen.“

Ich wollte mein Glück nicht mehr von anderen Menschen abhängig machen, sondern einmal in meinem Leben an mich denken und das machen, was ich will. Ich bin unglaublich stolz, auf diesen starken Wille, den ich seitdem entwickelt habe. Doch nicht nur auf den, denn ich finde es immer noch unglaublich, dass ich mich verändert habe von einem Menschen, der oft negativ und schlecht gelaunt war, zu einem Menschen, der stets positiv denkt, das Leben liebt und nichts mehr mag, als zu Lachen.

„Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.“

Ich habe mich gefunden, irgendwie, irgendwo, irgendwann im letzten Jahr. Es macht mich glücklich und absolut stolz, ich kann es nur nochmal sagen. Es war ein harter Weg zu begreifen, dass alles damit steht und fällt, wie sehr ich mich selbst kenne und vor allem, wie sehr ich mich selbst akzeptiere. Mir einzugestehen, dass ich einzig und allein meinem Herzen folgen muss um glücklich zu sein und ich meinen inneren Frieden nur finde, wenn ich meinen (und wirklich meinen) Weg gehe, war dabei einer der härtesten Schritte. Es gibt so einige meiner Lebensphilosophien auf die ich unglaublich stolz bin, dass ich sie nicht nur erzähle, sondern auch mit jeder Ader meines Körpers täglich lebe.

„Sei stolz auf dich. Denn außer dir, weiß niemand, wie viel es gekostet hat, dort zu stehen, wo du heute bist.“

Dazu zählt stets positiv zu denken, denn was geschehen ist, ist Vergangenheit, wir können sie nicht mehr ändern, aber wir können sie akzepzieren. Zu verstehen, dass nichts und niemand perfekt ist und es mehr als sinnlos ist immer nach dem Perfekten zu streben hilft mir meine innere Ruhe zu halten. Es lässt mich freier sein, dass es mir mittlerweile egal ist, was andere über mich denken, denn es ist deren Wirklichkeit, nicht meine. Ich lebe im Moment und mache keine Pläne, von denen ich vermutich enttäuscht bin, wenn sie doch nicht erfüllt werden. Ich schätze Höhen und Tiefen gleichermaßen, denn durch die Tiefen werde ich immer daran erinnert, wie schön die Höhen sind (nach Regen folgt immer Sonnenschein). Auf mein Bauchgefühl zu vertrauen und nicht auf den Verstand zu hören, lässt mich weniger an meinen Entscheidungen zweifeln. Ich habe mich gelöst von Dingen und Menschen, die mir nicht gut tun und schätze jeden Einzelnen, der mich in meinem Leben um Erfahrungen und Erlebnisse jeglicher Art bereichert.

 „Glaube an dich, Folge deinem Herzen, sei mutig, vertraue auf deine Stärken, genieß die kleinen Dinge und hör niemals auf zu träumen.“

Warum ich dir das alles erzähle, statt von meinen Erlebnissen auf Reise zu erzählen? Nun ja, ich liege hier und versuche das selbst zu begreifen. Versuche zu verstehen, wie ich hier her gekommen bin und ich finde eben genau das ist auch ein Erlebnis meiner Reise.

„Wir haben nur ein Leben, leben wir es, als wäre es unser einziges.“

Die vergangenen 100 Tage waren ein Wechseln zwischen Hoch und Runter, doch das ist was Leben ist, nur, dass ich es im Momentan anders und womöglich extremer erlebe, als im Alltag. Im Gesamten war und bin ich jeden Tag glücklich, dass ich die Möglichkeit habe meinen – diesen – Traum zu leben. Es gibt jeden Tag einen Moment, der mich lächeln lässt, sei es, weil ich mich an der unbeschreiblichen Natur Islands nicht satt sehen kann, weil ich aus meiner comfort zone raus gehe und beispielsweise hitchhike oder trotz Schüchternheit einfach neue Leute anspreche. Sei es, weil die gewaltige Kraft der Wasserfälle für mich jedes Mal die Welt still stehen lässt oder mich ein Orkan wegfliegen lässt, sodass ich ins Krankenhaus muss. Sei es der Moment, in dem ich bei eisiger Kälte übers Feld gerutscht bin um Kartoffeln zu suchen oder die Freude, Island und New York mit einem meiner Herzensmenschen zu erkunden. Sei es, dass ich zum ersten Mal über den großen Teich geflogen bin, couchsurfing ausprobiert hab, ein Football Spiel gesehen habe oder mich in eine Stadt verliebt habe, von der ich immer dachte, dass ich sie nicht mögen würde. Ebenso, dass ich in Miami erlebt habe, wie wunderschön das Backpacking ist, wenn man neue Freunde gewinnt oder wie sehr ich mich nach Urlaub gesehnt habe, weil ich Reisemüde geworden bin. Wie ich ich mich entschieden alle diese Dinge in meinem eigenen Buch aufzuschreiben oder wie unendlich traurig ich war, meine geliebte Sonnenbrille in riesigen Wellen zu verlieren. All diese Momente sind nur ein Bruchteil von dem, was ich heute nochmal hab Revue passieren lassen. Und all die, auch wenn sie vielleicht nicht immer schön waren, lassen mich trotzdem lächeln, denn ich glaube alles hat seinen Grund und all diese Erfahrungen sollte ich wohl machen. Aus all dem lerne ich etwas und solange ich etwas aus meinen Erfahrungen lerne, haben sie stets etwas Positives für mich. Sie alle machen mich glücklich. Sie alle lassen mich am Ende des Tages Lächeln. Sie alle sind die Summe des Glücks, dass ich täglich aus tiefstem Inneren spüre, seit 100 Tagen.

„Jeder Tag ist kostbar: Die schönen Tage schenken uns Freude, die schlechten Tage Erfahrungen, die schlimmen Tage Lektionen und die besten Tage Erinnerungen.“

Ich bin nun also 100 Tage unterwegs und kann nicht glauben, dass ich das alles schon erlebt habe. Ich weiß nicht, was noch kommt, aber mein Durst nach Mehr ist noch lange nicht gestillt. Und auch wenn dieser Post heute etwas anders ist, so liegt er mir sehr am Herzen, denn was mein Herz in diesen Monaten ebenso glücklich macht, das seid ihr. Ja vielleicht sogar du. Denn, wie du weißt, schreibe ich diesen Blog nicht, um wertvolle Tipps übers Reisen zu geben (auch wenn ich davon mittlerweile etliche auf Lager hätte), sondern für mich und weil ich dich auf meine Reise mitnehmen will. Es erreichen mich so häufig, ganz unverhofft, Nachrichten von Menschen, die ich sehr mag, mit denen ich aber keinen täglichen Kontakt habe. Menschen, die mir sagen, dass sie mich beneiden, weil ich so mutig bin, die stolz auf mich sind, an mich denken oder die mir sagen, dass ich sie (auf welche Art auch immer) inspiriere. Und genau das ist, was mich auch glücklich macht und mein Herz aufgehen lässt. Menschen zu inspirieren, ihren Weg zu gehen und ihren Träumen ein Stück näher zu kommen, das ist, weshalb ich das alles hier mache.

Ich selber bezeichne mich nicht als mutig. Ich bin nur jemand, der Angst hat, was zu verpassen. Jemand der nicht auf irgendwann wartet. Ich glaube um seine Träume zu verwirklichen, muss man nicht mutig sein, man muss sie nur genug wollen, damit man sie auch in die Realität umsetzt.

„Du bist für dein Glück selbst verantwortlich.“

Ein Kommentar

  • Luisa

    Hallo liebe Christina,
    ich schaue immer mit Mama, wo du gerade bist.
    Deine Fotos finde ich sehr schön.
    Ich vermisse dich!
    Deine LUISA

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