Kanada,  Länder

beautiful canada

„Die schönsten Zeiten sind die, in denen du so frei bist, dass du gar nicht spürst, wie schnell die Zeit vorbei rennt.“

Ich sitze im Bus, um meine Kanada-Reise nach Ottawa (capital city) fortzusetzen. Du würdest vielleicht schnaufen, wenn du wüsstest, dass du fünf Stunden Busfahren musst, doch ich freue mich auf diese Zeit, denn es bedeutet, dass ich mal einen Tag off sein kann, nach den doch so vollen letzten Tagen. Mehr als 10km bin ich jeden Tag gelaufen, ich habe am ganzen Körper Muskelkater und hatte kaum einen Moment für mich, um zur Ruhe zu kommen. Ganz ungewohnt für mich, wo ich doch in den letzten Monaten nichts als Ruhe hatte. Es ist also das komplette Gegenteil, aber umso mehr genieße ich jetzt die Momente, in denen ich mal Nichts-machen kann.

„There are so many beautiful reasons to be happy.“

Und so sitze ich in diesem Bus, bin total glücklich, dass ich wieder Zeit habe zum Schreiben (neues, liebstes Hobby zum Abschalten), während draußen die Sonne scheint und mich mit ihren Strahlen wärmt. Mal wieder blende ich um mich herum alle aus, indem ich meine Musik höre: oh wie sehr ich es liebe! Nach vier Tagen Metropole sehe ich nun endlich das, was ich so liebe und schon vermisst hatte: die Natur. Wir fahren auf keinem Highway sondern auf einer Bundesstraße und vorbei an kleinen Häusern, zugefrorenen Seen, unendlich erscheinenden Wäldern und riesigen Feldern, die mit Schnee bedeckt sind. Mal sehe ich Kühe, mal Rehe oder Pferde und das alles wirkt bei diesem Licht von der Sonne und dem blauen Himmel viel zu schön um wahr zu sein. Da bist du also, du schönes Kanada, genauso wie ich mir dich immer vorgestellt habe, ganz abseits vom Trubel der Städte. Ich muss lächeln, denn dieser Anblick macht mich glücklich.

Angekommen in Ottawa kann ich gar nicht glaube, dass das Kanadas Hauptstadt sein soll. Keine riesigen Gebäude, keine Menschenmassen und auch kein Trubel, in dem ich glaube zu ersticken, als ich zu Fuß zu meinem Hostel marschiere. Es ist schon dunkel als ich dort ankomme doch diese Stadt hat auf Anhieb einen Flair und eine Atmosphäre, wodurch ich mich direkt wohl fühle. In den kommenden Tage merke ich, dass diese Stadt ganz anders ist als Toronto, sie hat schönere Orte, mehr historisches zu erzählen und obwohl sie riesig groß ist, hat man das Gefühl, als wäre es nur ein kleines überschaubares Städtchen. Es dauert nicht lange und diese Stadt steht auf der Top 3- Liste meiner Lieblingsstädte. Ich schlafe hier in einem Hostel, welches früher ein Gefängnis war, aber es ist nur halb so spooky wie es sich anhört. Es ist groß, aber man hat nicht das Gefühl, dass hier alles so anonym ist, wie in manch anderen Hostels. Ich mag dieses Hostel und diese Stadt, auch weil die Menschen hier so unglaublich offen und freundlich sind. Die Tage hier geben mir wieder mehr Ruhe und ich gönne mir auch mal einen Tag ‚off‘ zu sein und auch sonst lebe ich hier wieder nach meinem eigenen Rhythmus. Ganz ohne Stress und Druck erkunde ich diese Stadt, die wirklich viel zu Sehen bietet. Ein bisschen Action gibt es als es einen Feueralarm (Fehlalarm) im Hostel gibt und daneben erfreue ich mich an Schneegestöber und Temperaturen von -10°C, denn dieses Winterwonderland macht diese sowieso schon schöne Stadt so romantisch und weihnachtlich – genau mein Ding -.

„Life is hard, but so very beautiful.“

Das einzige, was mich traurig mach in diesen Tagen, ist das Konzert meiner Lieblingsband zu Hause, welches ich leider nicht besuchen kann. Dieser Moment, im Hostel zu sitzen und zu wissen, dass meine liebsten Menschen gerade dort sind und ich gerade nirgendwo lieber wäre als dort bei ihnen, ist nahezu unerträglich. Das war der erste Moment, von dem ich wusste, dass er einer der schwierigsten sein würde, und ich hatte mich nicht getäuscht. Das einzige, was mich aufmuntert in diesem Moment ist die Gewissheit, dass ich über Silvester Besuch bekommen werde, es wieder eine Réunion gibt und wir gemeinsam New York erleben können. Ich freue mich so sehr darüber, dass ich nicht weiß ob meine Tränen nun Trauer sind, weil ich gerade nicht wie ein Flummi in der ersten Reihe des Konzerts hüpfe, oder ob es Tränen der Freude sind, dass ich mein ganz persönliches (verspätetes) Weihnachtsgeschenk bekommen werde?!

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