Länder,  Südafrika

Ende in Sicht

Morgen ist Abflug. Ich kann das gar nicht fassen. Mehr als 14 Monate Weltreise gehen zu Ende.

„Don’t be afraif to fail. Be afraid not to try.“

Die vergangenen Tage waren ein auf und ab der Gefühle, man könnte sagen, sie haben die ganze Weltreise gefühlsmäßig sehr gut repräsentiert. Auf der einen Seite bin ich total traurig, dass die Reise nun zu Ende ist und es wieder zurück geht. Auf der anderen Seite, bin ich mehr als glücklich, dass es nun endlich in die Heimat geht. Ich bin ebenso aufgeregt, wie die letzten Tage bevor es losging letztes Jahr. Ich kann kaum schlafen oder essen. Dabei weiß ich gar nicht, wo 14 Monate hin sind, denn es kommt mir vor, als wäre es erst gestern gewesen, als ich los bin.

„Und jetzt stehe ich auf meinem Weg und schaue zurück, denke: damals, dahinten, als ich dachte, es geht nicht.“

Es ging. Ich ging. Ich hab mein Glück selbst in die Hand genommen und hab diesen Schritt gewagt, und ab dann einen Schritt vor den anderen gesetzt, bis hierher. Und obwohl ich mich lange dagegen gesträubt hab, muss ich nun doch zugeben, dass mich diese Reise verändert hat. Sie hat mich mehr zu mir gebracht. Ich bin immer noch dieselbe, bisschen bunter, bisschen löchriger und mit längeren Haaren. Doch das ist das offensichtliche, aber was man nicht sieht ist, dass ich zu mir gefunden habe, dass ich mich auf eine ganz besondere Art neu kennen lernen durfte. Denn wie ich auch schon so häufig gesagt habe, eine (Welt)Reise ist weder Urlaub noch ein Spaziergang. Es ist ein ständiger Wechsel aus Hoch und Tief. Eine Mischung aus Glück und Traurigkeit. Ich kann nur für mich sprechen, denn ich bin unglaublich genau an diesen Up’s and Downs gewachsen. Durch die Tiefs, habe ich die Hochs schätzen gelernt und jedes Mal aufstehen hat mich noch stärker gemacht. Aufgegeben hab ich nicht. Scheinbar war der Wille doch zu groß ebenso wie die Angst diese einmalige Gelegenheit wegzuwerfen.

Und so stehe ich hier, hab das tatsächlich durchgezogen. Ich bin zu Hause vor nichts weggerannt, eher im Gegenteil, ich liebe meine Heimat. Wenn man will, könnte ich sagen, ich bin losgezogen, um wieder Heim zu kommen, denn wenn sich eine Sache mit dem ersten Schritt bis zum letzten durchgezogen hat, dann war es das Heimweh. Die Liebe zur Heimat und allen/m was dazu gehört, hat es mir unglaublich schwer gemacht. Umso mehr freue ich mich und bin aufgeregt von den Haarwurzeln bis in die Zehen, dass es morgen nun endlich zurück geht.

„Keiner kommt so von einer Reise zurück, wie er weggefahren ist.“

Ja, meine Weltreise ist zu Ende. Doch meine Reiselust hört damit nicht einfach auf. Ich habe einen groben Eindruck von der Welt bekommen, ich bin über Grenzen gegangen, habe neue Kulturen und das Alleinereisen kennen gelernt. Aber das bisschen an der Oberfläche kratzen reicht mir nicht. Ich habe noch keine konkreten Pläne, aber viele Ideen und ich weiß, dass ich noch so viel mehr von der Welt sehen will. Mein ursprüngliches Vorhaben, auf einem Kreuzfahrtschiff im kommenden Jahr zu Arbeiten habe ich im wahrsten Sinne des Wortes „über Bord“ geworfen. Ich habe mich so wunderbar weiterentwickelt und mein starkes Interesse an der Nachhaltigkeit, ließ sich in mir drinnen nicht mit einem der größten Klimakillersektor vereinen. Also habe ich diesen Teenie Traum beiseitegelegt, womit es mir so viel besser geht.

Erst mal zählt für mich jetzt das nach Hause kommen. Über alles weitere mache ich mir keine Gedanken. Ich habe nichts mehr zu schätzen gelernt, als meine Freiheit und möchte nun nicht etwas machen, „weil man das so macht“. Nein. Ich bin der Meinung, es wird schon so kommen wie es soll und wenn du das jetzt naiv finden magst, ist mir das relativ egal.

Viele Fragen haben mich erreicht in den vergangen Tagen und Wochen. Doch es gab nur einen, der die nach meiner Meinung wohl wichtigste gestellt hat: „Bist du glücklich?“

Und ich kann diese mit einem entspannten und zufriedenen Lachen vom einen bis zum anderen Ohr beantworten:

„Ja, mit absolut jeder Faser und Zelle meines Körpers!“

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