Länder,  USA

wie im Film

„Eigentlich warte ich nur auf den Moment, an dem jemand „cut“ schreit, und mein Leben doch nur eine
Hollywood-Komödie ist.“

Schon meine Hinreise nach Los Angelesen, machte der Heimatstadt der Filmindustrie alle Ehre… Noch vor Abflug, wollte das US- Government mich nicht in die USA einreisen lassen, denn wer reist schon 15 Monate und hat kein Weiterflugticket? Das war denen wohl nicht geheuer und sie haben mich am Flughafen rausgenommen (ich hab bis zum Schluss gar nicht gewusst, was überhaupt los ist), um mich nochmal detaillierter und sehr kritisch zu verhören. Ich hatte einen Puls, so hoch wie das letzte Mal bei meiner mündlichen Bachelorprüfung und gezittert und gebibbert, bis mich der Beamte angeschaut hat und gesagt hat „Okay, I let you pass“. Kaum begriffen was gerade passiert ist, lande ich knapp eine Stunde später in Miami und warte auf das Boarding für den Flug nach LA, als durch alle Lautsprecher laut mein Name gerufen wird. Ich verstehe gar nicht was los ist, gehe zum Schalter und die Dame schickt mich zurück zu dem Gate, an dem ich angekommen bin. Wieso, weshalb, warum hat mir auch hier keiner gesagt. Dort angekommen eine Schocksekunde gefolgt von einem rieseigen Stein der mir vom Herzen fällt: mein Geldbeutel wurde gefunden, welchen ich wohl zuvor im Flieger verloren hatte. Noch 5 Minuten dann ist das Boarding nach LA geschlossen und ich muss den ganzen Weg zurück rennen und schaffe es gerade in letzter Minute noch in die Maschine. Meiner Meinung nach genug Trouble für heute, doch das Universum sah das ein wenig anders. In Los Angeles angekommen, stehe ich wie im Film an dem Gepäckkarussell und warte bis das Band endlich stehen bleibt, um festzustellen, dass mein Backpack verdammt nochmal nicht an mir vorbei gekommen ist. Also mache ich mich auf zum Schalter, um dort zu erfahren, dass er noch in Miami ist. Klasse. Es ist 20 Uhr abends (mein Körper denkt es wäre bereits 23 Uhr, wegen der Zeitverschiebung), ich bin müde, muss meinen Mietwagen noch abholen und will eigentlich nichts außer duschen und schlafen. Mein Backpack soll morgen früh ankommen (na hoffentlich), wenigstens bekomme ich ein overnight kit damit ich mir immerhin Zähne putzen kann. Jetzt aber: nur noch den Wagen abholen und dann ab ins Bett, geduscht wird dann eben morgen. Doch auch das sollte wohl nicht reibungslos laufen, denn auf dem Heimweg verfahre ich mich etliche Male, denn ich habe kein Internet, kein WLAN, kein GPS. Ich bin total lost und kenne die Interstate 105 jetzt schon auswendig, denn ich bin sie in jede Richtung einem Auf- und wieder Abgefahren. Ich fühle mich wie bei der versteckten Kamera und warte nur darauf, dass sie gleich rauskommen und alles nur ein Witz war. So Vieles auf einmal kann unmöglich an einem Tag schief laufen. Wie passend, dass der Titel des Buches, das ich im Flieger verschlungen habe „Morgen kommt ein neuer Himmel“ lautet und ich mit diesem Gedanken irgendwann einschlafe.

„Optimismus ist die Fähigkeit, den blauen Himmel hinter den grauen Wolken zu ahnen.“

Geträu dem Motto mache ich mich am kommenden Morgen auf den Weg zu dem berühmten Hollywood sign. 5 km steige ich bergauf, um einen Blick zu haben, der nicht schöner für meinen ersten Tag in LA sein könnte. Ich sitze sprachlos in der Sonne, hinter diesen Buchstaben und schaue auf die gesamte Stadt, die vor mir am Fuße dieser Berge liegt. Es ist mal wieder, als sollte ich nach dem schlechten Tag gestern diese Stadt mehr als sprachlos empfinden und so sitze ich scheinabr ewig dort oben und habe mich gefühlt wie Mila Kunis und Justin Timberlake in „Freunde mit gewissen Vorzügen“ (mein Wunsch, seitdem ich diesen Film gesehen habe). Das Wetter ist traumhaft, ich habe geschwitzt ohne Ende, aber es war es mehr als wert!

„Every new beginning comes from some other beginnings end.“ – Closing Time, Semisonic

Ich laufe die 5 km den Berg wieder hinab und genieße es einfach mal über meine Wünsche und Träume nachzudenken und um mich zu fragen, was ich denn eigentlich will, was meine Ziele sind und wie mein Leben womöglich nach meiner Rückkehr weiter geht? Ich fahre danach weiter, bestaune die Häuser in den Hollywood Hills, laufe den Walk of Fame entlang (wie lang ist der denn bitte?) und von dort gehts zum Farmers Market, auf dem ich einen Essensstand nach dem nächsten finde. Sehr schön. Ein sehr voller aber vor allem sehr beeindruckender Tag geht für mich zu Ende, an dem ich fast 20km gelaufen bin. Nach hoffen und bangen bin ich mehr als froh, als um 20Uhr endlich mein Backpack ankommt, denn ich will nur noch duschen und schlafen. 😍👏🏼

„Sich nach dem Reisen zu sehnen während man reist, klingt irgendwie unersättlich.“

Ich war so begeistert gestern, dass ich heute total aufgeregt bin, noch mehr von dieser Stadt zu sehen, doch meine Freude sollte erstmal getrübt werden, denn an meiner Scheibe hing ein Knöllchen (für 30min kein Ticket: 68$, im Ernst??). Von dort aus bin ich ins Art Viertel (hier würd ich mehr perfekt rein passen) und dann durch Chinatown. Ich war so aufgeregt, denn heute stand noch mehr Film auf der Liste: auf zu den Universalstudios. Doch da mir bereits das Parken zu teuer war (25$), bin ich den Themen Park gar nicht rein, habe nur den city walk gemacht (der war immerhin free) und habe mich dann lieber auf den Weg zu den Warner Brother Studios gemacht (12$ Parken und 72$ Eintritt). Hier hab ich eine Tour durch die Studios gemacht und ich muss dir sagen, ich bin mehr als fasziniert davon wie Filme, Serien, Talkshows u.ä. entstehen. Wahnsinn das mal hinter den Kulissen zu sehen, das hat unglaublich mein Interesse geweckt und mich begeistert. Mega war es, die original Requisiten aus dem Batman Movie, die Kulissen von Gilmore Girls und die andern Orte zu sehen, an denen all die berühmten Filme gedreht wurden, doch am besten fand ich, dass ich am Set von The Big Bang Theorie sitzen durfte. Wahnsinn, bin ich im Film? Es fühlt sich so an, und ich verstehe immernoch nicht, dass ich das alles nicht durchs Fernsehen sondern mit meinen eigenen Augen sehen kann..

„Das Staunen und die Faszination aus unserer Kindheit sollten wir uns ein Leben lang bewahren.“ – Christina

Danach ging’s nochmal durch die Hollywood Hills von wo aus ich den Sonnenuntergang gesehen hab (das kann ich mehr als empfehlen, da sind mir einfach nur Tränen gekommen) und dann bin ich noch weiter um die berühmte Streetart von LA zu catchen, um dann bereits um 20Uhr völlig kaputt mit meinen Kleidern in meinem Bett einzuschlafen. Also auch der Tag war – ebenso wie der vorherige – mehr als voll, aber dennoch für mich sehr gut und ohne Stress machbar, was mich das ganze unglaublich genießen lässt.

Am kommenden Tag erfülle ich mir einen absoluten Jugenstraum: die Strände Kaliforniens sehen und dabei schwärmend den Skatern am Venice Beach beim Skaten zusehen. Ich bin sowas von aufgeregt, um auch dort mit eigenen Augen zu sehen, ob es wirklich so ist wie im Fernsehen. Ich starte den Tag, indem ich durch Beverly Hills fahre und den Rodeo Drive entlang schlendere, doch ich merke einfach, dass das hier die Welt der Schönen und Reichen ist, welche durchaus schön anzusehen ist, in die ich aber absolut nicht rein passe. Ich habe nichts an Designer Kleidung und all den überteuerten Marken die hier zu finden sind, es ist zwar schön, aber nicht meins. Deshalb mach ich mich auf und sehe 30min später zum ersten Mal den Pazifischen Ozean, vom Santa Monika Pier aus und kurz darauf stehe ich am Venice Beach und komme aus dem Strahlen nicht mehr raus. Ich sitze wirklich hier, an der Skaterbahn, sabbere, weil ich Skaten unglaublich attraktiv finde und spüre den absolut, entspannten, sporty beach lifestyle, exakt genau, wie ich es immer vorgestellt habe. Als die Sonne untergeht, hätt ich weinen können, weil es einfach zu schön ausieht, um wahr zu sein, wie die Palmen, der Strand und die Skater eine Kulisse bilden, in der die Sonne einen malerischen Sonnenuntergang malt.

„Verlasse diese Welt mit Erinnerungen nicht mit Träumen.“

Ich komme also wieder total müde gegen 19Uhr im Hostel an, will eigentlich nur schlafen, aber einer aus meinem Zimmer fragt mich, was ich noch vorhabe und lädt mich ein, mit ihm zu einem Hip-Hop Dance Competition zu gehen. Ich denke „Warum nicht? Schlafen kann ich noch, wenn ich alt bin“ und mache mich mit ihm auf den Weg. „Bin ich im Film?“ frage ich wieder, kneife mich und stelle fest, es ist kein Traum, ich wache nicht auf, ich bin wach und das ist Realität. Ich fühle mich wie in „Step up“ und all diesen Tanzfilmen, in denen es Dance Battles gibt und ich bin mehr als beeindruckt. Das war es wert, doch als ich um 01:00Uhr ins Hostel fahren will, habe ich Knöllchen Nr. 2 an meiner Scheibe (93$, wtf).

„Gib alles, außer auf.“

Bisher fühle ich mich also, wie im Film, denn es sieht einfach alles genauso aus, wie in einem Hollywood Blockbuster und so freue ich mich, als ich am nächsten morgen in meinem Auto sitze und zum Pier fahre, um an den Orten zu stehen, an denen eine meiner liebsten Serien gedreht wurde. Und so genieße ich den letzten Tag in LA am Strand, schlafe genüsslich in der Sonne und sehe den Surfern zu, wie sie eine Welle nach der nächsten versuchen zu catchen. Ein eher gemütlicher Tag, nachdem die vorherigen so voll waren. Dennoch schlafe ich völlig erschöpft auch hier bereits gegen 20 Uhr über meinem Buch ein.

Mein Statement zu Los Angeles: Hollywood macht der Stadt der Filmindustrie alle Ehre!
Für mich ist hier alles absolut genau wie im Film, es zieht sich von Anfang bis jetzt durch: meine filmreife Ankunft bei der alles schief ging was geht, der view auf das Hollywood sign und die Stadt, die Straßen und die Hollywood hills die einfach exakt aussehen wie in den Filmen, dann die Universal Studios und die Tour durch die Warner Bros Studios, die mich mehr als fasziniert hat, dann dieser entspannte beach-summer-lifestyle den man hier überall sieht, ebenso die Skater, die Palmen und die Bling Bling Viertel der Reichen und Schönen. Alles exakt wie im TV, das hatte ich nicht erwartet. Dann der Pier und der Strand und abends das dance battle, in dem ich ebenso gefühlt hab wie im Film, nur dass ich live dabei war und den vibe fühlen konnte. Wahnsinn. Es ist alles kein Film, es ist (meine) Realität. Die Tatsache, die dem Ganzen etwas ganz normales verleiht, ist der Fakt, dass ich mit einem Auto fahre, was etwas so alltägliches ist und mich fühlen lässt, als wäre es das normalste der Welt durch die Straßen Los Angeles zu fahren. Komisch, aber wunderschön.. ja wirklich: wunderschön!

„Kopf hoch, sonst kannst du die Sterne nicht mehr sehen.“

Das einzige was meine Stimmung hier immer wieder runter zieht sind die Preise.. Also ich sprenge diesen Monat mein Budget um das Doppelte und das lässt mich das ganze nicht so genießen und ich habe immer das Geld im Hinterkopf. Immer wieder ein kleiner Stich, wenn ich für irgendwas (unnötig) zahlen muss. Im Kopf hab ich dann auch noch dass ich nochmal einiges zusammen kratzen muss für eine neue Sonnenbrille, denn ohne geht echt gar nicht. Außerdem habe ich auch auf dem Schirm, dass meine Chucks kaputt sind und ich neue Schuhe brauche, ich wollte zwar in ein Outlet fahren, aber auch da kosten die Schuhe Geld. Ein Dämpfer, von dem ich versuche, mich nicht zu sehr beeinflussen zu lassen, denn trotzdem finde ich Kalifornien bisher einfach nur toll.

„Don’t let the silly little things steal your happiness!“

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