Island,  Länder

Garðyrkjustöðin Akur

„Some people look for beautiful places. Others make a place beautiful.“

Schon fast einen Monat bin ich nun unterwegs und meine letzten drei Wochen habe ich auf der Farm Garðyrkjustöðin Akur in Laugarás, im Südwesten Islands, verbracht. Ich wurde hier sehr herzlich empfangen, nachdem mich der Busfahrer erst mal einen halben Kilometer mit meinem 20kg Marschgepäck in die falsche Richtung geschickt hatte. Meine anfänglichen Ängste, dass ich hier alleine und womöglich einsam sein werde, haben sich nach kurzer Zeit aufgelöst. Die Herzlichkeit und Warmherzigkeit dieser Familie haben es unfassbar schnell geschafft, dass ich mich unglaublich wohl gefühlt habe. Selten habe ich einen so familiären, lustigen und tollen Arbeitsplatz gehabt.

Um 8 Uhr beginnt der Arbeitstag zunächst mit einer gemeinsamen Besprechung und gleich im Anschluss sagt der Chef „morning exercises“. Ich muss gestehen, an meinem ersten Tag war ich sehr verwundert, als wir dann alle zusammen erst mal stretching-Übungen und Yoga gemacht haben. Aber ehrlich gesagt habe ich so energetisch selten Arbeitstage begonnen. Es startet das eigentliche Arbeiten, meistens heißt es für mich und Stána: „keep rolling“, was bedeutet, dass wir uns mit voller Hingabe zärtlich den cucumbers widmen. Hin und wieder werden auch Tomaten geerntet oder die Boxen für den online Shop gepackt. Aber egal welche Arbeit an diesem Tag ansteht, um 9:45 Uhr legen erst mal alle ihre Arbeit nieder (immerhin sind wir ja schon fast zwei Stunden am arbeiten) und rufen „coffee!“. (Im wöchentlichen Wechsel bereitet einer vom Team die ‚coffeebreak‘ vor und wir frühstücken alle zusammen.) Um 12 Uhr folgt dann die Mittagspause und ehe man sich versieht, ist auch schon Feierabend. Ich war gleich ab dem ersten Tag total begeistert, wie schnell man sich als Teil von etwas fühlen kann und wie man so einfach eine gute Arbeitsatmosphäre schaffen kann. Ich dachte mir: wenn ich mich irgendwann, womit auch immer, selbstständig machen sollte, dann gibt es morgens „morning exercises“ und „coffee“ für alle, denn das sind verdammt gute Grundlagen für ein super Arbeitsverhältnis- und klima.

Neben der Arbeit hab ich ganz tolle Tipps bekommen, was ich hier in der Umgebung alles machen kann. Es war schön, auch mal raus zu kommen und was zu sehen, aber ich habe diese Ruhe hier so genossen, dass ich gar nicht viel Action gebraucht habe. Ich habe viel gelesen, konnte meinem Lieblingshobby, dem Backen nachgehen, hing meinen Gedanken nach und habe begonnen ein Buch zu schreiben. Ich spüre hier, wie sonst selten zuvor, wie schnell die Zeit vorbei rasen kann und gleichzeitig still zu stehen scheint.

Für mich waren die Zeit, die Menschen und der Ort hier so warmherzig, unbeschwert und schön, dass für mich klar ist, dass ich (irgendwann) wieder hier her komme. Und ohne, dass es mir jemand sagen muss, weiß ich, dass ich hier auch jederzeit wieder willkommen sein werde !

„Du passt aber auch, also das ist meine private Meinung und mein eigener Eindruck, persönlich einfach sehr gut hier her.“
– Editha –

„You are rollingtalent. I like to work with you, because I explain it to you once a time and you’re just saying „okay“ and do it easily the right way. I don’t have to explain it four or five times. It’s nice! Really. :)“
– Stána –

Man soll gehen, wenn es am Schönsten ist.. so verlasse ich die Farm nun und es geht in den Süden, Richtung Vik. Pläne, wie ich da hin komme, habe ich noch nicht wirklich. Vermutlich kommen ich meinem ersten (hitchhiking) ride schneller nahe, als ich dachte.. 😀

Ein Kommentar

  • Patricia

    Liebe Christina, ich freue mich so für dich und wünsche dir viele interessante Einblicke und Erfahrungen. Ich werde deine Reise weiterverfolgen und freue mich auf deine Bilder und Erlebnisse. Geh deinen Weg weiterhin mit Mut und Zuversicht.

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