Länder,  USA

Hello Beauty

Meine Nacht vor Abfahrt nach San Francisco war recht kurz und mit nur wenigen Stunden Schlaf war ich morgens auf der Suche nach Streichhölzern, denn ich war der Meinung anders konnte ich meine Augen kaum aufhalten. Naja ich wusste ja, dass ich den ganzen Tag im Bus unterwegs sein würde und noch mehr als genug schlafen könnte, also nicht jammern sondern auf geht’s. Doch als ich im Bus sitze, beginne ich zuerst mein Buch zu Ende zu lesen, denn es fehlen nur noch 150 der 500 Seiten und ich will unbedingt wissen, wie es ausgeht. Es dauerte also gar nicht lange und dann hatte ich die restlichen Seiten verschlungen doch wenn man ein Buch fertig liest geht es mir ähnlich, wie nahc dem Ende einer Netflix-Serie, ich frage mich jedesmal was ich bloß gemacht habe bevor ich das Buch gelesen habe und frage mich, was ich nun mit meiner Zeit anfagen soll. Also machte ich mich kurzum direkt auf die Suche nach neuem Lesestoff (Danke an alle die mir Vorschläge geschickt haben) und habe dann prompt ein neues Buch begonnen, genug Zeit hatte ich an diesem so langen Tag ja. Doch auch dieses Buch zog mich so in seinen Bann, dass ich seine 350 Seiten ebenfalls binnen weniger Stunden verschlungen hatte. Vor lauter lesen hatte ich dabei ganz vergessen, dass ich ja so unglaublich müde war und eigentlich schlafen wollte (oder sollte?!). Doch mich so ungezwungen und in aller Ruhe mal wieder meiner Lust nach Lesen nachzugehen war einfach genial.  

„Es kommt nie so wie man denkt, es kommt so, wie man nie gedacht hat.“

Am nächsten Morgen schlage ich die Augen auf und hatte selten einen schöneren Ausblick, denn ich kann bis zum Hafen sehe, sehe das Meer und die wunderbare Kulisse der Bay Bridge im Hintergrund: das nenn ich einen „guten Morgen“. Ich habe viel gelesen über San Francisco und der Tipp den man überall aufschnappt: die Stadt auf eigene Faust mit dem Fahrrad erkunden. Also miete ich mir an meinem ersten Tag für 24h ein Bike und auf geht’s. Mein erster Stop ist der Hafen, wo ich am Pier den Seelöwen zusehe, welche allen zeigen, wie „Nichts-Machen“ in Perfektion funktioniert. Ich fahre durch die Stadt und bewundere diese einzigartige Architektur, sehe die Strände und fahre durch die Pfützen der Parks. Ich habe Spaß ohne Ende und genieße es nach so langer Zeit mal wieder auf einem Bike zu fahren. Wunderschön war es über die Golden Gate Bridge zu fahren und dabei hautnah zu spüren, was es heißt, dass das Wetter hier in Sekunden umschlagen kann. Gerade hatte ich noch Sonnenschein und blauen Himmel und im nächsten Moment bläßt der Wind mich fast um und mir peitscht heftiger Regen ins Gesicht. Nach nur wenigen Minuten lässt der Regen nach und vor mir sehe ich einen wunderschönen Regenbogen (ja ich habe sogar das Gefühl ich stehe am Anfang/ Ende von ihm) und statt mich zu ärgern, dass ich jetzt nass bin und kalt habe muss ich laut lachen und ich erfreue mich an diesem wechselhaften Wetter. Keine Ahnung warum ich das so liebe, vielleicht weil es so gut zu mir passt: spontan, ohne Plan und unverhofft und so vielseitig. Nach der Brücke heißt es bergab und auch hier hab ich Spaß ohne Ende und erfreue mich an der doch sehr rasanten Abfahrt. Ich bin jetzt im Teil Salitos und hier fahre ich bis zum Hafen und nehme die Ferry zurück nach San Francisco. Auch hier wechselt das Wetter in Sekunden: wo ich gerade noch vom Winde fast verweht wurde kommt auf einmal von irgendwoher die Sonne und hinter den Wolken zeigt sich der blaue Himmel. Ich bestaune von hier aus die Skyline in der Dämmerung, die Schönheit der Golden Gate Bridge und das historische Alcatraz während mir eine frische Brise Salzluft um die Nase weht und mich lächeln lässt.

Und da ist er mal wieder, dieser Moment des Reisens, der eine absolute Wärme in mir aufsteigen lässt und ich mein Glück durch ein Grinsen nach außen trage. Ich weiß nicht, ob dieses Gefühl des Glücks irgendwann mal abebbt und es aufhört, dass mich diese einzigartigen Momente glücklich machen.

„Hello San Francisco, hello my little beauty.“

Du biste eine Stadt, die so unglaublich viel Charme und Persönlichkeit hat. Du bist sehr individuell und gleichzeitig so faszinierend und wunderschön. Du vereinst Strand, Wald, Stadt, Berge, Hafen und strahlst gleichzeitig eine unglaubliche Wärme und Freundlichkeit aus. Dich anzusehen und all deine Facetten zu betrachten hat mir heute gezeigt, dass du ganz weit nach oben auf meine Liste der Lieblingsstädte kommst, denn sowas wie dich habe ich bisher noch nicht gesehen.

San Francisco ist eine Stadt mit ganz vielen Ecken und Kanten (und voller Hügel!!), die der Stadt dieses unbeschreibliche feeling verleiht. Hier fühl ich mich wohl und hier pass ich rein, so unperfekt und doch auf ihre eigene Art wunderschön. Ohne Anstrengung hat mich diese Stadt in ihren Bann gezogen, ohne viel Mühe, denn diese Aura tut das für sie wie von alleine.

„Darf ich vorstellen? San Francisco, Kalifornien: Meine neue Liebe.“

Verliebt? Schon nach einem Tag? Ja, definitf. Und so hab ich mich umso mehr gefreut, am nächsten morgen direkt wieder mit meinem Rad loszuziehen und die Straßen und Ecken zu sehen, die ich gestern noch nicht durchquert habe. Immer wieder beginnt es binnen weniger Sekunden in Strömen zu regnen und während sich so viele über dieses Wetter beschweren, stecke ich mal wieder alle mit meiner positiven, guten Laune an. Immer wieder in diesen Tagen bekomme ich Recht, wenn ich sage, dass wir das Wetter doch nicht ändern können, uns es nur runterzieht, wenn wir das alles negtiv sehen und all die Orte auch ohne schönes Wetter wunderschön sind.

„Die Kunst des Lebens besteht darin, zu Lernen, im Regen zu tanzen,
anstatt auf die Sonne zu warten.“

Es war unglaublich anstrengend an zwei aufeinanderfolgenden Tagen all diese Hügel hoch und runter zu fahren (wer sich mal vorstellen will wie steil und hügelig es ist, soll das mal googeln). Zum Glück bin ich nicht ganz unsportlich und liebe das Fahrradfahren sehr. Doch auch wenn es super anstrengend war, war es für mich einfach toll die Stadt aus dieser Perspektive mit meinen zwei Augen zu erkunden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.