Bahamas,  Länder

lazy days

Wo soll ich anfangen? Allzu viel ist auf Bahamas ja nicht passiert. Ich habe die Zeit wirklich genutzt, um gar nichts zu machen. Habe ausgeschlafen (komischerweise war das in diesen 11 Tagen immer 7.30 Uhr), gemütlich gefrühstückt, Mittagsschläfchen gemacht – mal im Hostel, mal am Strand – hab die Sonne genossen und Abends lecker gekocht.

Ich musste allerdings feststellen, dass ich so langsam einfach durch und durch ein „backpacker“ bin, denn es ist eigentlich nicht mehr möglich, dass ich irgendwohin komme und mal keinen Kontakt zu irgendwem habe. Schneller als gedacht plaudere ich hier mit jemandem und da mit jemandem. Eigentlich freut mich das sehr und ich liebe es jeden Tag mehr „friends all over the world“ zu haben. Doch in diesen Tagen, wollte ich einfach meine Ruhe haben und für mich sein. Also das mag vielleicht verwirrend klingen, denn ich liebe es wirklich den Kontakt mit all den anderen Leuten zu haben, aber es ist nach über drei Monaten auch einfach anstrengend, jeden Tag mindestens einmal zu erzählen wer ich bin, wo ich her komme, was ich mache, wie ich das finanziere, wo ich schon überall war, was als Nächstes kommt und, und, und. Nein, hier wollte ich die Zeit einfach auch mal nutzen, um ein Buch zu verschlingen, Tagebuch und Blog schreiben, in die Netflix-welt einzutauchen oder stundenlang meinen Gedanken nachzuhängen.

„Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.“

Aber da ich auch einfach ein sehr offener und geselliger Mensch bin, verziehe ich mich nicht jeden Abend in mein Bett sondern sitze mit den anderen (nach ein/ zwei Tagen kennt man sich untereinander) auf der Terrasse oder in der Lobby. Wir lachen, trinken Bier, erzählen was wir alle noch so vor haben, diskutieren über Dies und Das oder spielen Karten. Es ist weniger ein Hostel und mehr ein Haus, in dem wir alle wie in einer WG zusammen wohnen, mal kommt jemand neues, mal geht jemand. So macht es mich ein wenig traurig, als ich nach etwa der Hälfte der Tage merke, dass ich Urlaub mache und doch nicht dazu komme, all die Dinge zu machen, die sonst sowieso schon zu kurz kommen. Dennoch mache ich es ja gerne und wir verbringen schöne Abende. Das einzige was mich ab dem dritten Tag einfach nur noch nervt und ich nicht mehr abschütteln kann ist Paul, der Rezeptionist. Er macht sich wirklich Mühe und macht mir bis zur letzten Minute ordentlich den Hof.

An einem Tag mache ich mich morgens auf zum Strand und nach ein paar Metern kreuzt mein Weg den von Alina, sie ist ebenfalls bei mir Hostel. Wir wollen beide an den gleichen Strand und so entschließen wir uns kurzum den Weg gemeinsam zu gehen. Wir verbringen den gesamten Tag zusammen, reden über die verschiedensten Dinge und verstehen uns auf Anhieb super. Das Meer ist super rau heute und die Wellen unfassbar groß. Ich lasse mir es natürlich nicht nehmen und will eine nach der anderen catchen, einfach Wahnsinn diese Kraft. Eine Welle, die ich nicht kommen sehe, erwischt mich von hinten, reißt mich mit sich, drückt mich auf den Grund und macht es mir schwer wieder aufzutauchen. Ich hole Luft und versuche meinen Bikini wieder zu richten, der sich schon fröhlich verabschieden wollte, als mir auffällt, dass ich auf einmal ganz verschwommen sehe.. Ich Idiot ! Ich hatte meine geliebte Sonnenbrille noch auf der Nase und (die Brillenträger unter euch können das bestimmt nachvollziehen) hatte es einfach vergessen. Und jetzt war sie weg. Meine geliebte Sonnenbrille, die ich mir letztes Jahr gegönnt habe und die ich sie so gemocht habe. Ich hätte weinen können, so traurig war ich, sie war eines meiner drei liebsten Dinge, die ich dabei habe und ich hab mich so gefreut, als ich sie vor zwei Wochen zum ersten Mal auf meiner Reise anziehen konnte. Naja, ich bin ja selbst schuld.

„Wir lernen durch Fehler. Diejenigen, die nichts riskieren, lernen am wenigsten.“

Wir verbringen den restlichen Tag damit (neben Trübsal blasen) uns selbst unbefugten Zutritt zum Hotelpool in Atlantis zu verschaffen, indem wir nach mehreren vergeblichen Versuchen die Unaufmerksamkeit des Securitymanns nutzen. Wir legen uns ganz selbstverständlich an den Pool, schwimmen darin und klauen uns von den umliegenden Liegen die hoteleigenen Handtücher, um dann in aller Ruhe ein Nickerchen zu machen.
Am Abend tranken wir noch ein Bier zusammen und unterhielten uns mit den anderen aus dem Hostel. [@Mama und Papa, vielleicht überspringt ihr die kommenden Zeilen einfach] Wie schon an den Tagen zuvor haben die anderen fröhlich wieder den ein der anderen Joint geraucht, doch anders als die anderen Tage, dacht ich mir heute: wenigstens einmal im Leben muss ich das mal probieren, und wo ist das erste Mal dafür nicer als auf den Bahamas? Also zähle ich Weltreise Tag 102, an dem ich sagen kann, dass ich zum ersten Mal gekifft habe und high war. Mama falls du doch bis hierher gelesen hast: Ja ich habe den Mond gesehen, aber er war für mich nicht nur rot 😀

 „Wer Erwartungen hat kann nur enttäuscht werden.“

Ein wenig enttäuscht bin ich, denn ich finde Nassau zunächst alles andere als paradiesisch. Das einzige, was wirklich wunderschön ist, sind die Strände und dieses unglaublich klare, türkisene Wasser. Aber Downtown ist sehr heruntergekommen (man sagte mir, durch den Hurricane, der hier vor einem Jahr viel zerstört hat) und die noblen Designergeschäfte passen so gar nicht in diese Welt, die hinter dieser Fassade (die die Touristen der Kreuzfahrtschiffe meist gar nicht sehen) besteht. Eine Welt aus Armut und Müll. Ja wirklich. Mein Ökoherz hat jeden Tag geweint, denn es ist unfassbar, wie viel (Plastik-)Müll ich in diesen Tagen am Straßenrand und auch am Strand gesehen habe. Und geht man über eine der Brücken nach Paradies Island, befindet man sich in einer Welt, die mit der auf der anderen Seite so rein gar nichts mehr zu tun hat. Alles mehr als aufpoliert und total überteuert. Doch die Menschen, die hier Urlaub machen, scheint es nicht zu stören. Ich gehe diesen Weg jeden Tag, von den Seitengassen Downtowns bis an meinen Lieblingsstrand nach Paradies Island und kann jeden Tag nur der Kopf schütteln.

Aber was hatte ich denn erwartet? Nun ich hab gedacht, dass es hier so richtiges Karibik Flair gibt, dachte wir sind Südamerika sehr nahe und dass man günstig, lecker einkaufen und essen kann. Doch weit gefehlt, wie gesagt, die Touristen sparen alle lange für den Urlaub hier und sind auch bereit die völlig überteuerten Preise zu zahlen.

Doch an meinen letzten beiden Tagen sollte ich mein Paradiesfeeling noch bekommen. Da ich mir die 200$ bzw. 400$- Tour auf die Nachbarinsel ersparen wollte, nur um dicke, in sch**ße schwimmende Schweine zu sehen, hatte ich für mich eine andere Alternative gefunden. Es gibt ein Hostel ein gutes Stück weg von Downtown, in dem ich mir noch eine Nacht vor Abflug buche, um dort mit den zwei Hausschweinen zu schwimmen. Schon der Weg zu dem Hostel war toll. Die Gegend wird zunehmend schöner und schöner. Im Hostel angekommen, komme ich aus dem Strahlen nicht mehr raus: zwei Pools, und es direkt am Meer, sodass ich direkt meine Schuhe ausziehe und an den Hauseigenen Strand gehe um meine Füße in die Wellen zu stecken. Der Ausblick von meinem Zimmer aus: Meer. Das Wetter war sehr durchwachsen in der ganzen Zeit in der ich dort war aber in den letzten beiden Tagen wütetet ein Sturm, der Die Wellen so gegen die Hauswand peitschten, dass alles wackelte und man gelegentlich Angst hatte, gleich stürzt alles ein. So war auch das Schwimmen mit den Schweinen raus, aber das konnte alles meine Stimmung nicht trüben. Denn das hier, war für mich Urlaub.

Ja und wie das immer so ist mit Urlauben, gehen die einfach viel zu schnell vorbei. So geht es für mich jetzt frisch erholt, entspannt und sonnengebräunt nach Kalifornien. Einer meiner Träume, seitdem ich in meiner Jugend O.C. California gesehen habe…

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