Länder,  Neuseeland

New Zealand, Part 1

So schnell kann’s gehen.. gefühlt bin ich gestern erst aus der Maschine in Christchurch ausgestiegen, so sitze ich gerade wieder über den Wolken, doch diesmal auf dem Weg nach Auckland.

„Reise! Geld kommt zurück. Zeit nicht.“

Angekommen in Christchurch bin ich in ein Tief gefallen, von dem ich dachte so schnell nicht mehr raus zu kommen. Doch nach einigen organisatorischen Dingen bezüglich Jobsuche, ging es mit dem Reisen weiter. Innerhalb von drei Wochen habe ich die Südinsel Neuseelands umrundet und auch genauestens erkundet. Es ist mal wieder so viel in kurzer Zeit passiert, dass es mir jetzt schon schwer fällt, mich an alles zu erinnern. Es ging von Christchurch zunächst nach Kaikoura, wo ich zwei Menschen getroffen habe, von denen ich wusste „die sehe ich wieder“. Nach einigen Tagen erneutem Aufenthalt in Christchurch fuhr ich zum Lake Tekapu, von wo aus es weiter nach Queenstown ging. Danach fuhr ich nach Te Anau, wo ich doch glatt die anderen beiden wieder getroffen und Das Fjordland – Milford Sound – erkundet habe. Einen Abstecher in Neuseelands quirliger Studentenstadt Dunedin habe ich gemacht bevor ich pünktlich zu meinem Geburtstag danach Queenstown zurück gekehrt bin, um in mein neues Lebensjahr zu springen.  Von da ging es gemeinsam mit meinen zwei Wegbegleitern weiter nach Wanaka, wo ich nach einem harten Anstieg den bisher schönsten Moment meiner Reise hatte. Nur einige Tage später standen wir stutzend vorm Franz Josef Gletscher und wieder kurz darauf stand ich in der Mitte von tausend leuchtenden Glühwürmchen in Hokitika. Nur glatt den schweren Regenmassen und deren Folgeschäden entkommen sind wir nach Westport gefahren und von dort in den Norden nach Motueka, um den Abel Tasman Nationalpark zu erkunden. Zuletzt kam die Stadt Nelson bevor wir mit der Ferry die Südinsel auch schon verlassen und Wellington auf der Nordinsel erreicht haben.

„- wie zwei Magneten hat man sich zufällig in Te Anau wiedergetroffen; von da an unzertrennlich.“
– Emil & Helena

Das alles mag für dich vermutlich sehr verwirrend klingen (in meiner Travel Map kannst du den Weg nochmal bisschen besser nachvollziehen). Doch ich kann sagen, es waren wundervolle Tage und Wochen. Unter anderem auch, weil Emil und Helena das zu etwas ganz Besonderem gemacht haben. Diese zwei quirligen, spaßigen und einfühlsamen Menschen haben mit mir Tränen gelacht und die verrücktesten Ideen in die Tat umgesetzt. Sie waren mit mir wandern, haben mit mir im Auto zu Songs gegrölt, wir sind gemeinsam durch goldenen Sand gelaufen und haben grüne Steine gesucht. Wir haben sehr ernsthafte Gespräche geführt, „Schokolädchen“ gegessen, den romantischten Ort besucht an dem ich je war (eine Höhle voller kleiner Glühwürmchen – an meine/n Zukünftige/n: das ist ein perfekter Ort für einen Heiratsantrag –) und den schönsten Sonnenaufgang, den ich je gesehen habe angeschaut. Sie haben meinen Geburtstag zu etwas ganz besonderem gemacht und sind in unserer gemeinsamen Zeit nicht nur „travel buddies“ gewesen, sondern zu echten Freunden geworden. Genau diese zwei wunderbaren Menschen werde ich in wenigen Wochen in Auckland wieder sehen und in einigen Monaten erneut in Sydney besuchen. Zudem steht nach etlichen Gespräch fest, dass ich sie in Hamburg und Wiesbaden besuchen und sie mit mir das wundervolle Saarland erkunden werden, sonst haben wir „Huddel“. Ein Grund, weshalb dieser Abschied sich nicht wie ein Abschied anfühlt, sondern mehr aus Vorfreude auf die erneuten Treffen besteht.

Jetzt steht erst mal die Nordinsel auf dem Plan und ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich mich darauf freue. Denn anders wie du jetzt vielleicht vermutest, geht hier nicht das Reisen weiter, sondern ich bekomme endlich meinen lang ersehnten (hoffentlich sehr langweiligen) Alltag. Eine Pause vom Reisen, die nicht nur ein paar Tage andauern wird, sonder ganze zwei Monate. Auch wenn ich mich kürzlich erst erholt habe, bin ich ausgebrannt und wenn man sich nicht richtig erholt, wird die Zündschnur immer kürzer. Das bedeutet nicht, dass ich nun häufig ausflippe, nein, keine Angst, ich bin immer noch die Ruhe selbst. Das bedeutet nur, dass ich nun nach drei Wochen vollem Reiseprogramm schon wieder gesättigt bin und nun endlich alle Tanks vollkommen aufladen möchte.

„Das Leben ändert sich, wenn wir uns ändern. Also denk an die neue Reise und stelle dich den Herausforderungen.“

Ich habe doch irgendwie Glück gehabt mit der Jobsuche, denn ich habe mich nach langem überlegen beworben für eine Stelle als Au Pair und hierfür gerade mal zwei Anfragen verschickt. Nach nicht einmal 5 Minuten hatte ich eine Antwort und nach weniger als 24h eine Zusage. Es wartet also nun eine neue Herausforderung auf mich, denn es erwarten mich Altersklassen, die ich bisher nicht zu meinen praktischen Erfahrungen zählen kann. Die Familie hat eine 10 jährige Tochter und einen 5 Monate alten Sohn. Ich bin ziemlich aufgeregt, denn es bedeutet „out of comfort zone“ und mich Dingen auseinandersetzen, die ich nicht kenne, aber meine praktischen Erfahrungen nur erweitern können. Ich werde viel Neues lernen, was nicht nur mein Englisch enorm aufbessern wird, sondern mir als Sozialpädagogin auch noch viel für meine praktische Berufserfahrung weiterhilft. Ich freue mich unglaublich darauf, auch wenn ich im Moment noch ziemlich unsicher und aufgeregt bin. Doch auch das werde ich bestimmt – wie sonst auch – irgendwie meistern. Ich freue mich zum ersten Mal für eine längere Zeit in einer Stadt zu leben, die nicht meine Heimatstadt ist und denke Auckland passt da sehr gut. Hier einen Alltag zu haben und die Stadt nicht nur erkunden, sondern zu (er)leben freut mich besonders.

„There’s no shame in beginning again, for you get a chance to build bigger & betther than before.“

Ich werde sehen, was diese zwei Monate so alles bringen. Sicher ist nur, dass sie viel Neues bringen und dieses Neue nochmal ganz anders sein wird, als alles Neue was ich bisher erlebt habe.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.